Bad Dürkheimer Berglauf 2017 mit LC-Rekordteilnahme

 

Auch beim 21. Bad Dürkheimer Berglauf hatte der Veranstalter erneut sonniges und warmes Oktoberwetter beim lieben Herrgott reserviert.

Jonas Lehmann vom TuS Heltersberg  wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann zum 6. Mal. Mit 33:41 Min. lief der 28-Jährige als klarer Sieger am Bismarckturm ins Ziel.

Bei den Frauen siegte Anja Schröder  aus Wachenheim in 46:12 Min.

Mit zur größten Teilnehmergruppe gehörte erstmals der LC Donnersberg. Die 14 „GelbBlauen“ LC‘er konnte man im Startbereich nicht übersehen. Mit dabei waren auch Sabine, Uwe,Doris, Roland,Ulli und Richard, welche mit weiteren LC‘er erst vor kurzem den Berliner bzw. vor einer Woche den Lübecker Marathon/Halbmarathon liefen.

Für den Einen oder Anderen war dieser anspruchsvolle Berglauf mit 501 Hm und 8,7km sicherlich eine große Umstellung und sehr anstrengend.

Schnellster LC’er war Felix Rahm in 43:44 Min. Felix war in der Vergangenheit in Bad Dürkheim schon wesentlich schneller unterwegs. Aber in den letzten 3 Wochen machte ihm eine Rippenverletzung Probleme. Da er in Bad Dürkheim durch Umknicken auch nicht verschont wurde, war seine diesjährige Leistung angemessen.

Für alle dort startenden LäuferInnnen gilt die Tatsache, dass auf den verschiedenen Streckenabschnitten eine hohe Aufmerksamkeit und Koordinationsfähigkeit zu beachten gilt. Ähnlich wie beim anspruchsvollen Trailrunning.

Auch heuer waren wieder mehrere BergläuferInnen von Stürzen betroffen. Nicht am Berg, sondern in den Downhillpassagen. Auch Sabine Rahm kam mit lädiertem Knie ins Ziel.

Zweitschnellster LC’er und das 8 Tage nach dem Lübecker-Marathon, wurde der LC-Vorstandvorsitzende Roland Schreiber.

Nach langer Abstinenz nahmen Vera Rixecker (3. W 60) und Hartmut Ost (2. M 65) wieder einmal mit Erfolg am Berglauf teil. Bester M65-Läufer war überraschend Karl-Heinz Klos (mehr davon später).

 

Die einzelnen Laufergebnisse und Platzierungen waren wie folgt:

 

Name Zeit Klas. Rang
Rahm Felix 0:43:44 MHK 6
Schreiber Roland 0:47:47 M45 12
Christmann Sascha 0:48:11 M35 6
Klos Karl-Heinz 0:48:40 M65 1
Ost Hartmut 0:48:53 M65 2
Böcher Wolfram 0:49:18 M50 13
Schreiber Manfred 0:53:51 M45 19
Hoffmann Ulli 0:54:21 M45 20
Rahm Uwe 0:57:45 M50 28
Rahm Sabine 1:00:50 W50 13
Lutz Richard 1:02:41 M55 26
Bertleff-Lutz Doris 1:09:14 W55 11
Rixecker Vera 1:13:02 W60 3
Hoffmann Elke 1:15:33 W45 10

 

 

Ergänzende Anmerkungen zum erneuten Duell zwischen Hartmut und Karl-Heinz:

Einen erneuten und sehr interessanten Wettkampf lieferten sich an diesem Tag einmal mehr die „alten LC-Haudegen“ Hartmut Ost und Karl-Heinz Klos. Man muss wissen, dass beide schon seit 1974 (Burglauf in Obermoschel)- erst für den TV Winnweiler und seit 1987 für den LC Donnersberg – auf sehr hohem Altersklassenniveau wettkampfmässig bei Volks- und Bergläufen unterwegs sind. D.h. seit 43 Jahren laufen die beiden schon mit- und manchmal gegeneinander.

 

Die Ausgangslage für beide in  Bad Dürkheim:

Hartmut ist in diesem Jahr verletzungsfrei und läuferisch total auf der Höhe (AK-Siege in Glanmünchweiler, Kibo, Kaiserslautern, Rietberglauf) und mutiert immer mehr zu einem Berglaufspezialisten in der AK 65.

Karl-Heinz, der LC-AK-Läufer mit den meisten Berglaufteilnahmen war seit Ende 2015 wegen diversen orthp. Problemen zu mehrmonatigen Laufpausen verdonnert, Trainingsaufnahme anfangs März 2017 (ab April bereits wieder AK-Siege in Rodenbach, Dannes et 4 Vents, Reichweiler und Frankenstein), erneute Laufpause Juli – bis Ende September

 

Das Berglaufrennen mit ungewöhnlichem Ausgang:

Hartmut (hier Nähe Sektstand) lief hoch konzentriert daran vorbei. Vorher passierte er KH bereits bei km 0,7.

Für KH stellte dies kein Problem dar. Denn nach 3 monatiger Laufpause und erst 8 leichte TE seit 1. Okt., hieß es für ihn in dieser frühen Rennphase: Den Ball flach halten, nicht nachsetzen und einfach nur am Ziel vernünftig ankommen.

Nach km 2 -zu Beginn des downhill-Singletrailabschnittes – war Hartmut schon weit enteilt. In der nun folgenden und schnell zu laufenden Streckenphase, heißt es für alle Teilnehmer: Aufpassen, aufpassen, nicht umknicken oder sogar zu stürzen.

Bei km 5 überschlug sich z.B. ein Teilnehmer neben KH. Er fädelte an einer Wurzel ein. Nach kurzer Rücksprache, ging es gemeinsam weiter.

Am sehr steilen Schlussanstieg (ca 800m vor dem Geiersbrunnen) sah KH ca 100m vor ihm ein gelbes LC-Trikot. Aha, dachte er: Da läuft Roland. Lübeck lässt grüßen!

Aber nein, es war Hartmut.

Da KH in Bad Dürkheim jeden Quadratmeter der Strecke kennt (18. Teilnahme, Bestzeit 41:27 mit 47 Jahren)  und genau wusste, dass es nach der Stufenpassage am Geiersbrunnen noch ca 300m zum Ziel sind, überlegte er im Gehschritt: Geht da noch etwas? Nachdem sich Hartmut 2xmal umschaute, startete KH den finalen Angriff.

Hier läuft er die letzten 40 Meter. Das Bild nahm Lauffreund H-W Freiberger von der LLG Wonnegau auf.

Alles weitere läuft  wie bei jedem Laufwettkampf ab:  Wenn man von der eigenen AK-Konkurrenz direkt ca 100m vor dem Ziel überraschend passiert wird, geht i.d. R die Motivation des bis dahin Führenden in den Keller. So ging es Hartmut an diesem Tage.

Im Ziel bestätigte er KH, dass er heute gewinnen wollte. Aber so ist es halt in unserem Laufwettkampfsport meinte er stilvoll.

KH war mit AK-Sieg doch sehr überrascht.

In der Nachanalyse stellte er fest, dass er exakt die gleiche Zeit wie 2015 lief.

Beim Runterlaufen nach Bad Dürkheim sinnerte er:

Die notgedrungene Laufpause war doch irgendwie gut.

Oder lag es u.a. daran, dass Hartmut- trotz der guten Form- nicht die größere Streckenkenntnis hatte?

Oder vielleicht auch, dass er nochmals auf den AK-Siegerschuh (nur 250gr schwer) aus dem Jahre  2012 zurückgriff? Als alter Lauffuchs weiß er natürlich, dass ein 110gr schwererer Wettkampfschuh am Ende doch ein paar Sekunden am Berg ausmachen. Denn zum Schluss trennten gerade einmal 13 Sek die beiden.

Trotz Taktik und Ausgang des Rennens gilt für beide:

Superstimmung in Bad Dürkheim, Wiedersehen mit vielen gleichsinnten AK-Berglaufsportlern, erstklassige Veranstalteratmosphäre, traumhafte Berglaufstrecke, einmalige Ziellocation direkt am Bismarkturm, das lockere Auslaufen über den Downhill-Trail mit Boxenstop am berühmten „Sektstand“ und zum Abschluss noch einen der „letzten „Neuen Weine“ in der Halle genießen.

Was will man als (Berg-) Laufsportler noch mehr erwarten an einem solchen sonnigen Oktobertag?