In Hertlingshausen/Carlsberg war  bei herrlichem Laufwetter  wieder einmal etwas geboten.

So lautete  das Trailangebot 2018:

6:30 Uhr / engelhorn sports SALOMON UltraRun 85,6 km & 2.440 Höhenmeter
10:00 Uhr / Kidstrail 800 m
10:15 Uhr / Kidstrail 3 km
11:00 Uhr / Halftrail/-walk 32,7 km & 770 Höhenmeter
12:00 Uhr / Quartertrail/-walk 16,8 km & 400 Höhenmeter
12:30 Uhr / FunTrail und TrailWalk 8,8 km & 140 Höhenmeter

 

Gesundheit, Ausdauer, Einsatzwille und Zielstrebigkeit sind der Grundstein für die Bewältigung des UltraRun mit 85,6 km mit diesem Profil:.

 

Hier starteten für den LC Donnersberg  Mike Peifer und Wolfram Böcher.

Sie liefen die Strecke gemeinsam in 11:19 h.

Bildquelle: Pfalztrail

Mit dieser Zeit wurde Mike in der M 55 überraschend Dritter.

Bildquelle: Pfalztrail

Wolfram durfte sich über den 13. Rang der M 50 freuen.

Am Ende des Beitrages hat Wolfram — wie schon so oft-  einen wunderbaren Erlebnisbericht verfasst. Vielen Dank dafür.

Jungs, auf diesem Wege gute Erholung. Die habt ihr euch redlich verdient. So ein Ding muss erst einmal gelaufen werden.

Beim Halftrail über  32,7 km und 770 Hm war Steffen Knopp am Start.

Nach langer Laufpause kam er mit 3:31 h und dem 19. Rang in der M 50 zufrieden sein. Auch dir gute Erholung .

Denn für Mike und Steffen wartet in Kürze noch ein Marathon- Event .

Ein Tag an der frischen Luft- oder 2 Männer mit Palzkind Steffi allein im Wald.

Wie kam es dazu, dass 2 alte Haudegen den Pfalz-Trail laufen wollten?

Nun, Mike brauchte noch einen langen Lauf, um im DUV-Cup in die Wertung zu kommen und ich war gerade gut drauf und hatte gemerkt, dass 66km beim HuBuT noch nicht das Ende der Fahnenstange sein mussten.

Außerdem hatten wir im heissen Hochsommer so manchen gemeinsamen Trainingslauf nach der Arbeit rausgeschwitzt. Also warteten wir ab, ob wir gesund bleiben würden und meldeten uns erst wenige Tage vorher an.
Am Vorabend des Rennens besuchten wir die obligatorische Pasta- Party, holten unsere Startunterlagen ab und wurden Zeuge, wie uns das langsamste Zapf-Trio der Pfalz zwei Kaltgetränke zubereitete.

Womit wir schon bei der Beschreibung der zahlreichen Helfer an der Strecken wären: denen sei ein Riesenlob ausgestellt. Bessere, freundlichere und liebenswertere Personen haben wir im Rahmen eines Wettkampfes noch nie erlebt. Selbst die Ureinwohner in den vereinzelten Dorfpassagen zollten uns Respekt oder feuerten an.

Nun aber zum Lauf an sich und zur Auflösung, was es mit dem Palzkind auf sich hat.

Start der ca. 175 Ultra-TrailerInnen war um 6.30h- sprich im Dunkeln.

Aber warum eine Lampe mitführen-dachten wir uns- wo doch etliche andere uns den Weg mit ihren Lampen leuchten könnten.

Eine richtige Entscheidung für weniger Gewicht bei höherem Risiko, denn auch die ersten Trails konnten mit ein wenig Aufmerksamkeit und etwas Phantasie verletzungsfrei gemeistert werden.

Es war kalt, die Sonne ging auf, die Gespräche verstummten so langsam und schon waren 1-2 Stunden Warmlaufen vorüber.

Mike entledigte sich bereits seiner Jacke, ich hatte meine warmen Handschuhe noch 2 Stunden später an. Taktisch klug hatten wir die 1. Wasserverpflegungstelle links liegen gelassen und damit gleich mal 10 Plätze gut gemacht.

Natürlich war die Platzierung insgesamt sehr nebensächlich, denn wir wollten gemeinsam einen schönen Lauf in wundervoller Natur und ohne Stress erleben.

Das Feld war weit auseinander gezogen, aber immer wieder traf man die selben Leute- entweder an den VP oder am Berg oder sonstwo.

Und hier kommt Palzkind Steffi ins Spiel. Schon zu Beginn des 2. Drittels der Strecke kristallisierte sich heraus, dass sie die Einzigste war, die eigentlich genau unser Tempo lief.

Mit dem kleinen Unterschied, dass sie immer lief und wir nur auf der Geraden, bergab oder an ultra-leichten Anstiegen. Und so kam es, dass sie wie ein Uhrwerk an jeder Steigung an uns vorbeizog, um sich kurze Zeit später wieder einholen lassen zu müssen.

Wir unterhielten uns angeregt, hatten wir doch mit ihr die Siegerin des 1. Pfalztrails im Schlepptau (oder sie uns!??). Den Donnersberglauf und die anderen Bergläufe kennt sie natürlich und finishte in diesem Jahr unseren Donnersberg- Trail als 5. Frau.

Sie war auch beim HuBuT und beim SONUT dabei, ist ein Palzkind von Geburt und aus Überzeugung. Sie genießt es wie wir auf den Wegen des Pfälzer Waldes unterwegs zu sein. Und so gipfelte unsere Kurzfreundschaft in einem gemeinsamen Foto, aufgenommen vom Trail- Fotograf auf einem dieser wunderschönen Trails.

In Battenberg hatten wir freie Sicht auf die Rheinebene und die rauchenden Schlote einer bekannten Anilin- und Soda- Fabrik. Grundsätzlich aber waren wir fast immer im Wald. Mal im Kiefer-, mal Keschde- mal Mischwald. Die Strecke war sehr gut ausgeflattert und mit Kreidepfeilen markiert.

Dennoch trafen wir den einen oder anderen, der sich trotzdem verlaufen hatten. Der Untergrund war trocken und weich und es gab Teppiche aus Eicheln, Hutzeln, Bucheckern und Keschde. Irgendwann beginnt demzufolge das Spielchen „mit wievielen Steinchen im Schuh können meine Zehen spielen ohne dass es weh tut?“.

Man ist ja erstmal geizig mit Schuhentleerungsstopps, aber hintenraus ist ja dann jedes Anhalten willkommen. Beim VP Ungeheuersee stufte ein Helfer Steffi als derzeit drittplatzierte Frau ein. Unsere (Männer)-Platzierung könne er nicht nennen, da er nur bis 10 zählen könne und hielt grinsend seine 10 Pfälzer Worschfinger in die Höhe. Ich entgegnete, dass mir dies für ihn und uns leid täte. Er hob hervor, dass wir am kältesten VP sind, denn sie hatten am Morgen 0 Grad und jetzt wären es gerade mal 6 Grad. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hatte ich die Handschuhe da noch an.

An der VP bei Km 50 standen 6 Laufstunden für uns zu Buche. Für die nächsten 3 Stunden waren wir mit Steffi praktisch allein unterwegs. Nur ein paar Wanderer tauchten hier und da auf. Leider bekam Mike so langsam kleine Probleme hier und da und größere mit dem Oberschenkel. Führte er doch in der internen Sturzwertung klar mit 3,5 zu 0 und hatte einige Blessuren zu verkraften.

Aber ein Läufer seines Kalibers gibt nicht auf und so zogen wir wie vereinbart gemeinsam weiter Richtung Ziel. Steffi mussten wir davonziehen lassen, doch welch Überraschung – am letzten VP trafen wir sie völlig genervt und am Ende ihrer Kräfte wieder.

Wir wanderten ein paar Km gemeinsam und unsere wohltuende Gesellschaft weckten in ihr die letzten Kräfte, sodass sie noch gut 5 Minuten vor uns ins Ziel kam.

Auch wir waren nach 11h und 19min glücklich und erleichtert im Ziel angekommen, Mike sogar als 3. der AK55.

Das war der erste Trail, bei dem meine Laufschuhe hinterher sauberer waren als vorher. Apropos Laufschuhe: ich habe schon immer geahnt, dass der Hype um Trailschuhe in unseren Breitengraden hoffnungslos fehl am Platze ist.

Nach solch einem trockenem Sommer war die Wahl des leichten Asics Trainer DS Straßenschuhs für diese Strecke die absolut richtige Entscheidung. F..k Salomon.

Abschließend noch einen Dank an die VP- Besatzungen, die uns vorzüglich versorgten und uns sogar an der SWR1 Hitparade Topp 1000 teilhaben ließen.

Pfalztrail- jeder Zeit wieder.

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