Traditionell  wieder bestes Berglaufwetter in  Bad Dürkheim. Wegen der lang anhaltenden Trockenheit  trieb es heuer keine Sammler mehr in den Keschdenwald.

Zum „gefühlten 20. Mal“ gab es beim Berglauf des LC Bad Dürkheim goldenen Oktober.

Bei der 22. Ausgabe des beliebten Rennens über 8,7 Kilometer und einem Höhenunterschied von +510/-140 Metern siegte zum 7. Mal in Folge Jonas Lehmann und er sicherte sich auch zum 7. Mal die Pfälzische Berglaufmeisterschaft. Was für eine Leistung und Kontinuität dieses sehr sypathischen Läufers!.

Bei denen Frauen gewann Simone Raatz beeindruckend.

Der LC-AK65 Berglaufpfalzmeister Hartmut Ost kurz vor dem Ziel.

Auch der Autor dieser Zeilen stand zum 19. Mal mit weiteren 7 LC’er  an der Startlinie. Hier läuft er als 2. AK 65 ins Ziel auf dem Petersberg.Links hinter ihm Regina Rieger vom TV Maikammer (2.W30).

Zwar kennen ca. 90% aller aktiven LC’er diese Berglaufstrecke aus eigener Erfahrung. Aber für alle LC-Neumitglieder sei gesagt:

Bad Dürkheim hat bei seinem Berglauf streckenspezifisch fast  alles zu bieten: Teer, Wiese, Pflastersteinknüppelweg, Sandweg, Wurzelpassage, Singletrail, Waldweg, Treppenstufen und am Ziel einen Aussichtsturm.

Gerade wegen dieses unterschiedlichen Geläufes ist dieser Berglauf  hoch interessant. Denn da werden ggü. dem Donnersberg-, Potzberg-oder dem Kalmitberglauf alle läuferischen Sinne gefordert. Eine kleine Unaufmerksamkeit zieht gleich ein Sturz oder ein schlimmes Stolpern nach sich. Für viele Starter bedeutet es in den Serpentinen aufwärts gleich an ihre Maximalleistung zu gehen, was bei Übertreibung sich später unweigerlich rächen wird. Denn nach Kilometer 2 folgt  die erste Trailabwärtspassage. Sie ist erstaunlich lang mit wenigen Gegenwellen. Hier läuft der 7fache Gewinner Jonas Lehmann ein Tempo von ca. 3 Minuten/km.

Nun zum Renngeschehen aus Sicht des Autors:

Nach dem Start an der Berufsbildenden Schule geht es ja direkt hinein in die Weinberge.

Schon nach 300m überholt mich bereits  Sascha Christmann, direkt gefolgt vom superstarken Thomas Andreas. Er war mit einem leichten Rennschuh unterwegs. Dieses und andere Modelle erstand er noch morgens schnell im Laufladen.

Gleich danach lief der aktuelle Pfalztrail-Ultra-Finisher Wolfram Böcher ebenfalls locker vorbei.

Nach 800 Meter und einer 90 Grad Kurve geht es  ansteigend zum Sekt/Weinstand bei Kilometer 1. Für die bereits aufgereihten Sektflaschen und diversen Snacks hatte man keinen Blick.

Und schon wie erwartet kam Hartmut Ost- wie Schmidtchen Schleicher – von hinten und lief locker an mir vorbei.

Da im Vorfeld schon feststand, dass Peter Jäger –ebenfalls ein starker LC- AK65-Läufer (noch in der M60 lief Peter dort eine Zeit von  42:22 Min.)- nicht auf der Pfalzmeistervormeldeliste stand, konnte diese AK-Meisterschaft nur zwischen den Beiden ausgetragen werden.

Was tun in einer solchen Rennsituation. Im Vorjahr hatten wir das gleiche Spielchen. Am Ende hatte ich Hartmut ca 13 Sek im Ziel abgenommen. Ob dies auch im diesem Jahr so ablaufen könnte?  Zweifel kamen mir auf: 65 Trainingsfehltage bis 30.9. und ob da noch etwas geht?

Nach dem steilen Uphill kommt ja die schnelle Trailpassage, welche trotz sehr guter Kennzeichnung am Boden mit zu den gefährlichsten dieser Art in Bad Dürkheim gehört. LC’er wie Uwe Meyer, Manfred Schreiber oder Felix Rahm haben  in der Vergangenheit mit Umknicken/Stürzen schon Bekanntschaft gemacht. An diesem Tage erwischte es Jürgen Clos, Walter Kuntz (2x) und Anton Reile und event. auch andere.

Hartmut hatte ich in dieser Rennphase, nach dem alten Römersteinbruches, immer ca. 30m im Blickfeld. Könnte vielleicht – wie im Vorjahr in Höhe des Geiersbrunnens – doch noch klappen! Die Luft war noch da.

So mancher läuft neben mir noch mit einem Lächeln in die „Wand“. Aber dann nimmt die Steigung Fahrt auf und plötzlich merken einige dass man im forschen Marsch keinen Tempoverlust hinnehmen muss.

In der Mitte der steilsten Laufpassage zum Geiersbrunnen gehörte der Überraschungangriffswunsch von mir schon der Vergangenheit an. Zuvor überholte mich noch Bernhard Scheib (6. M 55) aber auch er konnte Hartmut (im nachfolgenden Bild die StartNr. 44) nicht mehr überholen, er war oberhalb des Brunnens auf einmal weg und wurde an diesem Tage hochverdient zum ersten Mal in seiner über 45jährigen Laufkarriere Berglauf-Pfalzmeister  in seiner AK.

Ich durfte ihm auf den zweiten Platz folgen und hoffe auf einen erfolgreichen 20. Start in 2019.

Gruppenbild mit dem Sieger.

Schnellster LC’er war an diesem Tag Andreas Thomas (Nr 38)  gefolgt von Wolfram Böcher (Nr 40) und Sascha Christmann (Nr 41), welcher sich mit einer leichten Rippenprellung dieser Herausforderung gestellt hat. Axel Fries (2.v.R.) fuhr direkt nach Hause; er war mit seinem Laufergebnis an diesem Tage sicherlich nicht zufrieden.

Uwe Bannat lief entsprechend seines Laufniveaus diesen Berglauf und Alexandra Lang (leider ohne Laufbild) liebt einfach solche Naturläufe.

Übrigens: Von den vor 20 Jahren gestarteten LäuferInnen waren heuer lediglich noch 11 am Start gewesen. Alle anderen laufen offenbar nicht mehr, waren Einstagsfliegen, welche mit dem Laufsport nur kurz etwas zu tun hatten. Etliche sind vielleicht in anderen Sportarten unterwegs oder haben kein Bock mehr. Einige sind event. auch schon verstorben.

Die Ergebnisse vom 20.10.2018:

Platz Name Zeit Klasse Rang
54 Andreas Thomas 00:45:23  m45 6
66 Böcher Wolfram 00:47:08  m50 8
74 Christmann Sascha 00:47:33  m35 9
78 Ost Hartmut 00:48:05  m65 1
90 Klos Karl-Heinz 00:48:52  m65 2
139 Fries Axel 00:52:22  m50 25
175 Bannat Uwe 00:54:19  m60 14
261 Lang Alexandra 01:03:02 w45 13

 

Uwe Meyer war wieder mit dem Rad da und die Ehefrauen von Uwe Bannat und Harmut Ost waren in diesem Jahr  die  „Edelfans“ in der Nähe des Zielbereiches.

 

Fazit:

Erneut Superstimmung der Bergläufer in Bad Dürkheim mit 319 TN.

Wiedersehen mit vielen gleichsinnten AK-BergläuferInnen, erstklassige Veranstalteratmosphäre, traumhafte Berglaufstrecke, einmalige Ziellocation direkt am Bismarkturm.

Wer  konnte und wollte, nutzte ein Auslaufen über den Downhill-Trail mit Boxenstopp am berühmten „Sektstand/Weinstand“.

Zum Abschluss konnte man noch einen der „letzten „Neuen Weine“ in der Halle genießen.

Siegerehrung AK 65 mit Reinhard Brück 52:52 Min. Hartmut Ost  48:05 Min. und Karl-Heinz Klos 48:52 Min.

Vorher gab es wieder Superpreise für die 3 Erstplatzierten je AK; nicht einfallslos und billig wie bei manchen Veranstaltern sondern mit Niveau mit hoher kulinarischer Qualität.

Mehr Freizeitwert an einem der letzten sonnigen Oktobertage geht nicht!

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