Max Rahm spielt in Berlin im Konzert der Großen mit

Max Rahm befindet sich durch sein Marathontraining wohl in einer sehr guten Form.
Diesen Fakt wird wohl jeder unterschreiben, der Max in den letzten Wochen hat trainieren sehen.
Doch wie gut er in Form ist sollte er uns allen am Abend des 31.07 zeigen.

Zwecks eines Formtests sah der Trainingsplan von Max neben einem Halbmarathon auch ein 10km Wettkampf vor.
Max entschied sich diesen Lauf in Berlin bei der Adidas Runners City Night zu bestreiten. Einem komplett flachen 10km Lauf mit einem Topaufgebot an Läufern auf dem Kurfürstendamm.
Zwei Gründe haben ihn dazu gebracht in Berlin zu laufen:
1. eine Strecke, die gerade zu nach schnellen Zeiten schreit
2. handelt es sich auch um ein Teilstück des Berlin Marathons
und 3. sorgt die Kombination aus den ersten Gründen natürlich für ein entsprechende ambitioniertes Teilnehmerfeld.

Max‘ Ziel in Berlin war ganz klar: Bestzeit.
Damit diesem Vorhaben nichts im Wege steht reiste er bereits 2 Tage vorher an und machte sich mit allen Gegebenheiten vertraut.
Samstags abends war es dann soweit. Deutschlands Topläufer marschierten auf und unter ihnen auch Max Rahm. Die kurz vorher beschlossene Renntaktik sah vor sich an das Spitzenfeld der Damen zu hängen, den deren Bestzeiten ließen vermuten, dass sie eine ähnliche Zeit anstreben würden wie unser schnellster LC’ler.

Um 20:30 fiel dann der Startschuss und erstmals seit dem Start dieser Pandemie machte sich wieder ein Feld von tausenden Läufer (an der Veranstaltung nahmen insgesamt 5.000 Sportler teil) auf um die 10km zu bezwingen.
Ganz vorne mit von der Partie unser LC-Läufer Max Rahm. Aus dem ersten Startblock startend konnte er sofort Kontakt zur Frauenspitzengruppe herstellen. Die Rennstrategie schien zu funktionieren.
Doch nach 1,5km stellte Max fest, dass diese Gruppe, Deutschlands beste Läuferinnen, viel zu langsam für seine anvisierte Zielzeit sind. Er entschied sich die Gruppe zu verlassen, um auf eigene Faust weiterzulaufen und seiner etwas enteilten Zielzeit hinterher zu spurten.
Eine Entscheidung, die an diesem Tag einiges an Mut gekostet hat, denn die Bedingung in der Hauptstadt waren weit weg von ideal. Ein wahnsinnig starker Wind mit Sturmböen bremste die Läufer konstant ab.
Eine Gruppe, die sicheren Windschatten bietet, zu verlassen war also eine sehr kühne Entscheidung. Jedoch war es definitiv die Richtige für Max.

Er schaffte es die nächste Gruppe einzuholen. Ein kurzer Moment, in dem sich unser Läufer einen kurzen Moment ausruhen konnte, und jemanden anderes die Tempoarbeit verrichten lassen konnte.
Allerdings nur ein kurzer Moment, denn die Gruppe löste sich dann schnell auf. Einige mussten hier dem hohen Tempo ihren Tribut zollen mussten.
Wir sprechen übrigens von einem Tempo von 3:13 min/km.


Max fand sich nun bei Kilometer 5 erneut zwischen zwei Gruppen und erneut entschied sich Max alles zu geben, um Kontakt zu dem vor ihm laufenden Athleten zu bekommen. Diese Hatz zeigt sich in seinem unglaublichen Kilometersplit von Kilometer 5 zu 6, eine wahnsinnige 2:59 min/km !!
Wer jetzt denkt, er muss bei so einem Zwischenspurt doch hochgegangen sein, der irrt sich, der irrt sich gewaltig. Den Max zog weiter durch und hat einen negative Split in den Ku’damm gebrannt der sich gewaschen hat. Ganze 6 Sekunden schneller als die ersten 5km bewältigt der offensichtlich verdammt gut im Training stehende Marathonnovize die zweite Hälfte dieses 10km Laufes.

Schlussendlich stand eine 32:31 auf der Zieluhr. Keine Bestzeit für Max, aber dies ist auch nicht weiter schlimm, denn die Art und weise, wie Max dieses Rennen gelaufen ist, war einfach nur unglaublich und sicherlich genauso wertvoll wie eine PB, in meinen Augen sogar noch wertvoller. Er hat hier gezeigt, dass er in einem Rennen kluge Entscheidungen treffen kann und auch einen krassen Zwischenspurt ohne Rückbleibsel überleben kann.
Einen besseren Beweis für seine Form hätte Max nicht abgeben können.
Der Lohn dafür ein 26. Platz in einem Rennen in dem sich Deutschlands Elite gemessen hat. Respekt.
Max Rahm spielt nun offiziell im Konzert der großen mit

Auf Max‘ Instagram könnt ihr auch seine eigene Gedanken zu diesem spannenden Rennen lesen und seine Hatz über den Ku’damm in Bewegtbilder bewundern.