Der letzte Test

Es war der letzte große Test, der letzte Wettkampf vor dem großen Tag am 26.09, an dem Max Rahm auf den Straßen von Berlin seinen ersten Marathon laufen wird, der Berliner Halbmarathon.
Die Strecke, die auch auf der Marathonstrecke verläuft und pfeilschnell ist, lockte erneut nationale und internationale Spitzenläufer in die Hauptstadt. Aus diesen Gründen entschloss sich auch Max seinen Halbmarathon hier durchzuführen.
Um nichts dem Zufall zu überlassen reiste Max zusammen mit seiner Freundin sowie seinem Bruder bereits einige Tage vor dem Rennen an. Und diese Tage zeigten bereits, dass die Bedingungen am Renntag wohl eher herausfordernd sein würden. Starker Wind und regen bestimmte das Wetter.

So kam es auch am Wettkampftag. Der starke Berliner Wind, den Max bereits bei der Adidas Runners City Night kennen lernen durfte (Bericht hier) machte auch am Tag des Halbmarathons keine Pause und bremste die Läufer konstant ab.

Bereits einige Tage zuvor hatte Max mit seinem Trainer Terence Mahon den Wettkampf besprochen und dabei machte Terence klar, Ziel ist der Marathon, das bedeutete ganz konkret, dass Max keine spezielle Taperingphase vor diesem Wettkampf hatte. Tatsächlich ist er noch eine Woche zuvor einen 40km Trainingslauf absolviert, bei dem er die Hälfte im Marathonrenntempo gelaufen ist. Somit stand auch fest, dass Max diesen Halbmarathon sehr defensiv angehen wird. Auf keinen Fall soll das Tempo anfänglich schneller als 3:24 sein, lieber soll es ein negative Split sein.
Im Vorfeld hatte Max bereits Kontakt zu Rabea Schöneborn, einer deutschen Topläuferin, die eine Zeit unter 1:12h anpeilte, was auch Max‘ Ziel darstellte. Somit stand die Taktik fest, unser LC’ler wird sich in die Gruppe um Schöneborn hängen, jedoch keines Falls zu schnell los zu laufen.

Nach dem Start am Sonntag war relativ schnell klar, dass die Bedingungen deutlich gegen Max spielen. Der bereits weiter oben angesprochene Wind war heftiger denn je und schlug den Läufern unaufhörlich ins Gesicht und verhinderte so sicher einige Bestzeiten.

Auch der Plan, sich in die Gruppe um Rabea Schöneborn zu hängen löste sich leider schnell auf, denn in der Gruppe wurde ein deutlich schnelleres Tempo angeschlagen, und nach einem Kilometer war für Max klar, dass er dieser Gruppe nicht folgen wird. Hier bewies Max erneut, dass er bei schwierigen taktischen Entscheidungen während des Rennes einen kühlen Kopf bewahren kann und sich nicht mitreißen lässt, sondern überlegt seinem Plan folgt.

Problematisch war nur dann die Tatsache, dass er nun mal keine Gruppe hatte. Leider formierte sich nämlich keine weitere Gruppe, in der Max besser dem Wind hätte trotzen können. Lediglich mit einem anderen Läufer war er nun auf den verbleibenden 20km unterwegs.

Letztendlich lief Max an diesem Tag trotz der wirklich nicht einfachen Verhältnissen eine tolle persönliche Bestleistung von 1:12:39h. Beachtlich ist aber nicht nur die Zeit, die Max hier in den Boden gebrannt hat sondern auch die Gesamtplatzierung. Ein 61. Platz in einem internationalen Feld ist aller Achtung wert. Gratulation hierzu.

Zusammenfassend kann man sagen, der letzte Test war ein voller Erfolg.
Sicherlich wäre mit einer gezielteren Halbmarathonvorbereitung noch 1-2 Minuten drinnen gewesen. Aber das Ziel ist der Marathon und hier stehen alle Ampeln auf grün.
Interessant im Hinblick auf den Marathon sind auch Max‘ 5km Splitzeiten, denn die letzten 5km waren die deutlich schnellsten.

Max eigene Gedanken zu seinem Halbmarathon findet ihr auf seinem Instagram