Nachdem Stefan Malo als erster LC’er im April Trailerfahrung bei einer kommerziellen Veranstaltung: SALOMON KEEP ON RUNNING in Alzenau und Mömbris, unter folgenden Bedingungen an 3 Tagen:

  CityNight Sprint (ca. 3 km)

  Hahnenkamm-Trail  (ca. 27,3 km / 956 Hm)

  Kahlgrund-Trail  (ca. 22,6 km / 561 Hm)

gemacht hatte, legten nun die beiden LC’er Michael Peifer (M 50) und Karl-Heinz Klos (M 60) beim Keufelskopftrail nach.

 

Allgemeine Informationen zur Veranstaltung:

Unterhalb der „preußischen Berge“ im Westrich liegt der kleine Ort Reichsweiler mit eigenem Autobahnanschluss.

Der Veranstalter ist der SV Reichweiler (mittlerweile ohne Fussballmannschaft) sowie der Initiator des Keufelskopftrails:  Eric Tuerlings (ein Niederländer mit Wohnsitz in Reichweiler und Ultratrailer).

Es wurden in diesem Jahr 3 Trailläufe angeboten.

Der Hammerlauf ist die 85km-Variante mit 3400 Hm gefolgt vom dem neu ins Programm genommenen Marathon-Trail (45 km mit 1900 Hm). Für diese beiden Läufe war die Startzeit um 6 Uhr terminiert. Die Kurzvariante mit 22 km und 1000 Hm startete erst um 10 Uhr.

Noch nie waren die beiden LC’er Michael und Karl-Heinz so früh bei einer Laufveranstaltung am Start. Man glaubt es nicht: Auch zu dieser frühen Morgenstunde kann man laufen.

Als sie mit dem Auto gegen 5:30 Uhr ankamen, war in dem kleinen Örtchen schon allerhand los. Viele weitgereiste zelteten, übernachteten im eigenen PKW oder fanden irgendwo in der Nähe  eine Unterkunft.

Sehr penibel wurde die Anmeldung durchgeführt. Ohne Pass, Ausschlusserklärung Angabe der Handynummer etc. gab es keine Startkarte. Michael musste erst noch den Pass aus dem Auto holen.

Eigenverantwortlichkeit ist das Gebot dieses Traillaufes. Jeder Teilnehmer hatte einen Laufrucksack mit mind. 1,5 L Wasser und entsprechende Verpflegung bei sich. An den wenigen Versorgungspunkten warteten Helfer mit reichlich Wasser und den Kisten, in denen morgens die Trailer ihre flüssige Eigenversorgung deponiert  hatten. Alles, was irgendwie den Anschein von Essbarem hat, also auch Gels sind  laut Ausschreibung am Mann bzw. der Frau zu tragen und wurde auch gnadenlos aus den Eigenversorgungskisten genommen, bevor sich die Versorger auf den Weg zu ihrem Einsatzort machten.


Zum Rennverlauf:

Nach einer kurzen Begrüßung  wurde pünktlich um 6 Uhr gestartet. Dass es bei diesem Lauf auch ein paar Kilometer mehr werden können, zeigte sich schon gleich nach dem Start. Alle liefen zunächst in eine ganz andere Richtung. Glück für die letzten, sie durften einmal für kurze Zeit die „Ersten“ sein. Auf einmal hieß: Marsch, Marsch retour!

Die von den pfälzischen Berg- und Volksläufen bekannten Top-Läufer: Max Kirschbaum (Ultrastrecke Platzierung ?) und  Michael Weisshaar (Sieger: Marathonstrecke) mussten sich wie die Ameisen wieder nach vorne schmuggeln.

Nach ca. 1,5 km erwartete die Trailer schon ein Vorgeschmack was da noch kommen wird.

Gottseidank kam anschließend eine stillgelegte Bahntrasse, wo man endlich „frei“ und „flach“ laufen konnte. Aber kurze Zeit später ging es schon ins schwere Gelände. Da zeigte sich dann gleich, wer ein echter Trailer (Frau oder Mann) ist.

Bei keiner Abwärtspassage –bis ca. km 20-  konnten die „langen“ Kerle des LC da noch mithalten oder sogar noch überholen. Bis zu 100m wurden einem da schon manchmal bergab abgenommen. Vor allen die „Kleinen“ und „Kompakten“ Trailer hatten hier große Vorteile. Nur wenn es flach wurde oder auch extrem bergauf ging, da schlug die Stunde der LC‘er.

Alle Trailer wurden unterwegs mehrfach von Streckenposten erfasst. Den ersten 10 wurde sogar die jeweilige Platzierung zugerufen.

Der von Michael und Karl-Heinz „wettkampfmässig“ in Angriff genommene 45km Trail hat einem unterwegs schon eindeutig signalisiert, dass diese gewählte Streckenvariante deutlich härter ist als der Jungfrau-Marathon in der Schweiz. Erstens – war die Strecke wesentlich länger. Zweitens – war die Wegbeschaffenheit sehr schwierig. Drittens – sind es mehr Höhenmeter. Viertens – muss man die Höhenmeter sowohl hoch als auch wieder herunter. Für die 85km-Variante ganz zu schweigen.

Für ca. 70 % der Strecke waren vor allem die Koordination und der Geist gefragt. Jeder Fehltritt oder auch nur die kleinste Unaufmerksamkeit bedeutet Verletzungsgefahr in einem sehr schwer zugänglichen Gebiet.

Auch musste man unterwegs höllisch aufpassen, dass man sich nicht verlief, trotz der guten Streckenkennzeichung. Diese,so hat man uns gesagt, wird von Veranstalterpaten (alle 5 km durch eine Person) in regelmäßigen Abständen von ca. 20 bis 30m mittels rotweißen Bändern an den Ästen oder Grashalmen angebracht und später auch entfernt.

Ab ca. 30 km waren die meisten Trailer alleine in der „ Wildnis der preußischen Berge“ unterwegs.

Karl-Heinz wurde an der letzten Kontrollstelle (bei 38km) zugerufen dass er auf Rang 4 (5:12,03 Std.) in der Gesamtwertung liegt.

KH Keufelsk 2013

Copyright: Laufticker.de

Diesen Platz und den Altersklassensieg in der M 60 sicherte er bis ins Ziel. Originalton von ihm im Ziel: Noch nie in seinem über 40jährigen Läuferleben lief er ein solch langes und hartes Rennen über 5 Stunden.

Auch Michael zeigte – trotz des speziellen 100km-Trainings für Biel- unglaubliches Durchhaltvermögen. Weitgehend zusammen mit den Lauffreunden Sebastian Wendel und Frank Joerg (www.nahe-trail.de) und der ersten Frau aus Innsbruck meisterten sie die Strecke. Platz 1 in der M 50 (5:33,15 Std) war der Lohn. Michael befindet sich in großartiger Form. Nach Ansicht der Experten, muss er in den verbleibenden 3 Wochen vor dem Bielstart unbedingt rausnehmen. Ihm wird dort eine Zeit weit unter 10 Stunden prognostiziert.

Michael Keufelsk2013

Copyright: Laufticker.de

 

Fazit:

Dieses  erste Trailerlebnis  werden beide LC’er mit Sicherheit nicht vergessen.

Insgesamt eine sehr gute Veranstaltung zu fairen Preisen.

Statt 60.- bis 80.- Marathon-Startgebühren nehmen die Reichsweiler-Veranstalter nur 20.-. für diesen außergewöhnlichen Marathon-Trail-Event.

Im Ziel gibt zwar kein Tee und  Wasser, so wie wir es uns von den Volks- und Bergläufen gewöhnt sind; aber jeder Teilnehmer kann mit seiner Startkarte 1 Stück Kuchen und 2 große Bier oder Apfelsaftschorle kostenfrei einlösen.

Ganz nebenbei wird  ein Outdoorerlebnis mit  „westpfälzischem Dschungelcharakter“ geboten.

 

Kleine Info für potentielle Aspiranten in 2014: 

Wenn man unter die Top 10 in der Gesamtwertung laufen möchte, muss diese Sportart: Ultratrail explizit trainieren, ansonsten erleidet man Schiffsbruch.

Wer wie Karl-Heinz – ohne marathonspezifisches Vortraining –  diesen Trail auf Tempo laufen möchte, muss mit Krämpfen und/oder  Muskelkater rechnen.

Letzteren spürt man schon gleich nach dem Rennen auf dem Weg zur Dusche (in Reichweiler natürlich bergab u. dann wieder bergauf).

Da waren (incl des Autors) einige unterwegs wie  „Schmiedchen Schleicher mit den elastischen Beinen“. (KHK)


Weitere Informationen zu den einzelnen Ergebnissen und Bilder etc. findet ihr sicher nach Pfingsten unter:

 

 http://www.laufticker.de

und

 http://www.tuerlings.de/kut

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